Finanzen

Gehalt in Stundenlohn umrechnen: Formel, Rechenbeispiele und häufige Fehler

7 Min. Lesezeit

Um dein Gehalt in einen Stundenlohn umzurechnen, rechnest du zuerst auf ein Jahresgehalt hoch (Stundenlohn mal Wochenstunden mal Wochen im Jahr) und teilst dieses Jahresgehalt anschließend wieder durch Stunden, Tage oder Wochen. Genauso funktioniert es umgekehrt, wenn du von einem Jahresgehalt oder Monatsgehalt aus startest und wissen willst, was das pro Stunde oder pro Tag bedeutet. Die zwei Beispiele weiter unten zeigen die Formel mit echten Zahlen.

So funktioniert die Umrechnung

Egal, von welcher Zeiteinheit du ausgehst, die Umrechnung läuft immer über denselben Zwischenschritt: das Jahresgehalt. Das ist die einzige Größe, die für Stunden-, Tages-, Wochen- und Monatslohn direkt vergleichbar ist, weil ein Jahr für alle vier eine feste, gemeinsame Bezugsgröße bildet.

Zuerst wird hochgerechnet, je nachdem, welchen Wert du kennst:

  • Aus dem Stundenlohn: Jahresgehalt = Stundenlohn × Stunden pro Woche × Wochen pro Jahr
  • Aus dem Tageslohn: Jahresgehalt = Tageslohn × Tage pro Woche × Wochen pro Jahr
  • Aus dem Wochenlohn: Jahresgehalt = Wochenlohn × Wochen pro Jahr
  • Aus dem Monatsgehalt: Jahresgehalt = Monatsgehalt × 12

Sobald das Jahresgehalt feststeht, rechnest du im zweiten Schritt wieder herunter, auf jede beliebige Einheit:

  • Stundenlohn = Jahresgehalt ÷ (Stunden pro Woche × Wochen pro Jahr)
  • Tageslohn = Jahresgehalt ÷ (Tage pro Woche × Wochen pro Jahr)
  • Wochenlohn = Jahresgehalt ÷ Wochen pro Jahr
  • Monatsgehalt = Jahresgehalt ÷ 12

Die beiden Stellschrauben, die das Ergebnis am stärksten verändern, sind die Stunden pro Woche und die Wochen pro Jahr. 52 Wochen im Jahr unterstellen, dass jede Woche gearbeitet wird, ohne Abzug für Urlaub, Feiertage oder Krankheit. Wer diesen Abzug einbauen will, rechnet einfach mit weniger Wochen, zum Beispiel 46 oder 47 statt 52, und die Formel bleibt exakt dieselbe.

Rechenbeispiel: Jahresgehalt in Stundenlohn

Nimm einen runden Stundenlohn von 22 € bei einer klassischen Vollzeitstelle mit 40 Stunden pro Woche. Wenn du der Einfachheit halber mit 52 Wochen im Jahr rechnest (ohne Urlaubsabzug, dazu gleich mehr im Abschnitt zu häufigen Fehlern), ergibt sich:

Jahresgehalt = 22 € × 40 × 52 = 45.760 €

Von dort aus rechnest du in die anderen Einheiten herunter. Der Wochenlohn ergibt sich direkt aus Stundenlohn mal Wochenstunden: 22 € × 40 = 880 €. Bei einer 5-Tage-Woche teilst du diesen Wochenlohn durch 5 Arbeitstage: 880 € ÷ 5 = 176 €. Und das Monatsgehalt folgt aus der Division des Jahresgehalts durch 12: 45.760 € ÷ 12 = 3.813,33 €.

EinheitBetrag
Stunde22,00 €
Tag176,00 €
Woche880,00 €
Monat3.813,33 €
Jahr45.760,00 €

Der Stundenlohn von 22 € wirkt isoliert betrachtet bescheiden. Sobald er auf ein Jahr hochgerechnet ist, wird sichtbar, was dahintersteckt: knapp 46.000 € brutto im Jahr, verteilt auf zwölf Monatsgehälter von jeweils gut 3.800 €.

Rechenbeispiel: Teilzeit oder freiberuflich, von Stundenlohn zu Jahresgehalt

Bei Teilzeit oder freiberuflicher Arbeit verändern sich meist zwei Zahlen gleichzeitig: weniger Stunden pro Woche und weniger tatsächlich bezahlte Wochen im Jahr, weil Urlaub, Auftragslücken oder ruhigere Monate nicht automatisch mitverdient werden.

Ein Beispiel: 18 € pro Stunde, 20 Stunden pro Woche, verteilt auf vier Tage à 5 Stunden, und 46 Wochen im Jahr statt 52 (sechs Wochen ohne Einnahmen, etwa für Urlaub oder eine ruhige Auftragslage). Das Jahresgehalt ergibt sich genau wie oben:

Jahresgehalt = 18 € × 20 × 46 = 16.560 €

Wochenlohn = 18 € × 20 = 360 €, Tageslohn bei vier Arbeitstagen = 360 € ÷ 4 = 90 €, Monatsgehalt = 16.560 € ÷ 12 = 1.380 €.

EinheitBetrag
Stunde18,00 €
Tag90,00 €
Woche360,00 €
Monat1.380,00 €
Jahr16.560,00 €

Derselbe Rechenweg wie im ersten Beispiel, nur mit anderen Eingabewerten. Genau deshalb lohnt es sich, die vier Grundzahlen (Stundenlohn, Stunden pro Woche, Tage pro Woche, Wochen pro Jahr) für die eigene Situation einmal sauber festzulegen, statt jedes Mal mit den Standardwerten einer Vollzeitstelle zu rechnen.

Rechne mit deinen eigenen Zahlen

Trag deinen eigenen Stundenlohn, dein Monatsgehalt oder dein Jahresgehalt ein und passe Stunden pro Woche, Tage pro Woche und Wochen pro Jahr an deine tatsächliche Situation an, der Rechner übernimmt den Rest:

Im Browser berechnet, nie an einen Server gesendet.

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Häufige Fehler

Pauschal von 40 Stunden mal 52 Wochen ausgehen, ohne Urlaub abzuziehen. 52 Wochen unterstellen, dass jede einzelne Woche des Jahres gearbeitet wird. In Deutschland stehen Vollzeitbeschäftigten aber mindestens 20 Urlaubstage im Jahr zu, viele Tarifverträge sehen 28 bis 30 Tage vor. Wer diese Wochen nicht abzieht, überschätzt sein tatsächlich verdientes Jahresgehalt und unterschätzt entsprechend seinen realen Stundenlohn.

Brutto und Netto verwechseln. Die Formel in diesem Artikel rechnet ausschließlich mit Bruttobeträgen. In Deutschland macht der Unterschied zum Netto durch Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und die Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung) oft ein Drittel oder mehr aus. Ein Bruttostundenlohn von 22 € landet je nach Steuerklasse und Familienstand deutlich niedriger im Netto, dieser Rechner und diese Formel bilden das nicht ab.

Eine Tage-pro-Woche-Zahl verwenden, die nicht zu den Stunden pro Woche passt. Wer mit 40 Stunden pro Woche rechnet, aber gleichzeitig eine 4-Tage-Woche zugrunde legt, kommt beim Tageslohn auf einen falschen Wert, weil die Formel dann für 10-Stunden-Tage rechnet statt für die tatsächliche Verteilung. Stunden pro Woche und Tage pro Woche müssen zur echten Arbeitszeitverteilung passen, sonst stimmt nur das Jahresgehalt, alle anderen Einheiten nicht.

Überstunden oder Boni ignorieren, wenn man ein Stundenlohn-Angebot mit einer Festanstellung vergleicht. Eine Festanstellung mit Jahresgehalt enthält oft zusätzlich Weihnachtsgeld, Urlaubsgeld oder einen Bonus, ein reines Stundenlohn-Angebot dagegen meist nicht. Wer nur die nackten Stundenlohn-Zahlen gegenüberstellt, ohne diese Extras einzurechnen, vergleicht zwei unterschiedliche Pakete, als wären es dieselben.

Häufig gestellte Fragen

Wie viele Arbeitsstunden hat ein Jahr? Bei einer klassischen 40-Stunden-Woche und 52 Wochen ergeben sich 2.080 Stunden im Jahr (40 × 52). Zieht man realistische 6 Wochen für Urlaub und Feiertage ab, bleiben rund 1.840 tatsächlich gearbeitete Stunden übrig. Welche der beiden Zahlen die richtige für eine Umrechnung ist, hängt davon ab, ob das Jahresgehalt auch für Urlaubswochen bezahlt wird (bei Festanstellungen normalerweise ja) oder nicht (bei vielen freiberuflichen Tätigkeiten oft nein).

Was ist der Unterschied zwischen Brutto- und Nettostundenlohn? Der Bruttostundenlohn ist der Betrag vor Abzügen, genau der, mit dem dieser Rechner arbeitet. Der Nettostundenlohn ist das, was nach Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialversicherungsbeiträgen tatsächlich ausgezahlt wird. Je nach Steuerklasse, Kirchensteuerpflicht und Familienstand liegen zwischen beiden Werten oft 30 bis 40 Prozent, weshalb ein Vergleich zweier Jobangebote immer auf derselben Basis stattfinden sollte, entweder beide brutto oder beide netto.

Wie vergleiche ich ein Jahresgehalt mit einem Stundenlohn-Angebot? Rechne beide auf dieselbe Einheit um. Am einfachsten ist es, das Jahresgehalt der Festanstellung durch die realistische Jahresarbeitszeit zu teilen (inklusive Abzug von Urlaub, wenn beide Seiten dafür bezahlt werden), und diesen Wert mit dem angebotenen Stundenlohn zu vergleichen. Wichtig ist dabei, zusätzliche Bestandteile wie Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld oder Bonuszahlungen mit einzurechnen, sonst vergleicht man ein vollständiges Vergütungspaket mit einer nackten Stundenzahl.

Warum unterscheidet sich mein tatsächlicher Stundenlohn von dem, was der Rechner anzeigt? Der Rechner geht von den Stunden, Tagen und Wochen aus, die du eingibst. Arbeitest du in der Praxis regelmäßig länger als die eingetragenen Stunden pro Woche, etwa durch unbezahlte Überstunden, sinkt dein tatsächlicher Stundenlohn unter den berechneten Wert. Trägst du dagegen die real geleisteten Wochenstunden statt der vertraglich vereinbarten ein, bildet der Rechner deine tatsächliche Situation genauer ab.

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