Rabatt berechnen: Formel, Rechenbeispiel und wann sich gestaffelte Rabatte lohnen
Ein Rabattbetrag ist der Originalpreis multipliziert mit dem Rabattprozentsatz, geteilt durch 100. Der Verkaufspreis ist das, was übrig bleibt, wenn du diesen Betrag abziehst, oder gleichbedeutend: der Originalpreis multipliziert mit (100 minus Rabatt) geteilt durch 100. Zwei Zahlen, je eine simple Formel. Die meiste Verwirrung an der Kasse entsteht erst, wenn ein zweiter Rabatt auf den ersten obendrauf kommt.
Die zwei Formeln
Rabattbetrag:
Rabatt = Originalpreis × (Rabatt% / 100)
Verkaufspreis:
Verkaufspreis = Originalpreis × (100 − Rabatt%) / 100
Beide Formeln brauchen dieselben zwei Angaben: den Originalpreis und den Prozentsatz. Kennst du den Rabattbetrag, ist der Verkaufspreis einfach der Originalpreis minus diese Zahl, du musst also selten beide Formeln getrennt durchrechnen.
In der Praxis reicht meist die zweite Formel. Steht auf dem Schild “30 % Rabatt”, willst du fast nie wissen, wie viele Cent das in absoluten Zahlen sind, sondern direkt, was der Artikel am Ende kostet. Die erste Formel wird wichtig, sobald du den gesparten Betrag getrennt ausweisen musst, etwa auf einer Rechnung oder wenn du zwei Angebote nach der reinen Ersparnis vergleichst statt nach dem Endpreis.
Rechenbeispiel
Drei Artikel, drei unterschiedliche Rabatte:
| Artikel | Originalpreis | Rabatt | Du sparst | Endpreis |
|---|---|---|---|---|
| Kaffeemaschine | 96 € | 25% | 24 € | 72 € |
| Rucksack | 60 € | 40% | 24 € | 36 € |
| Kopfhörer | 160 € | 15% | 24 € | 136 € |
Auffällig: Rucksack und Kopfhörer sparen beide genau 24 €, obwohl die Prozentsätze und Preise völlig verschieden sind. Ein Prozentsatz allein sagt nichts über den Euro-Betrag aus, bis du ihn mit dem tatsächlichen Preis multiplizierst. Genau deshalb kann “40 % Rabatt” auf ein günstiges Produkt am Ende weniger bringen als “15 % Rabatt” auf ein teureres.
Das merkt man besonders beim Vergleich zwischen zwei Geschäften im selben Sale. Shop A wirbt lauter mit der Prozentzahl, Shop B nennt gleich den Endpreis. Wer nur auf die große Prozentzahl im Schaufenster schaut, vergleicht am Ende Äpfel mit Birnen. Reduziere beide Angebote zuerst auf den tatsächlichen Endpreis, dann wird der Vergleich ehrlich.
Warum sich gestaffelte Rabatte nicht addieren
Hier tappen die meisten in die Falle: Ein Geschäft wirbt mit 30 % Rabatt, und du hast zusätzlich einen 15-%-Gutschein. Es fühlt sich an wie 45 % Rabatt. Ist es aber nicht.
Rabatte stapeln sich multiplikativ, nicht additiv, weil der zweite Rabatt auf den bereits reduzierten Preis wirkt, nicht auf den Originalpreis. Nimm eine Winterjacke für 220 €:
| Schritt | Preis vorher | Rabatt | Betrag | Preis danach |
|---|---|---|---|---|
| Start | 220,00 € | |||
| 30 % Rabatt anwenden | 220,00 € | 30% | 66,00 € | 154,00 € |
| 15-%-Gutschein anwenden | 154,00 € | 15% | 23,10 € | 130,90 € |
Der Endpreis liegt bei 130,90 €, insgesamt also 89,10 € Rabatt auf die ursprünglichen 220 €. Umgerechnet in Prozent sind das 40,5 %, nicht die 45 %, die du bekommst, wenn du naiv 30 und 15 addierst. Die Lücke von 4,5 Prozentpunkten entspricht 9,90 €, die du eben doch nicht gespart hast, obwohl beide Zahlen auf Preisschild und Gutschein etwas anderes suggerierten. Je mehr Rabatte du stapelst, desto größer wird diese Lücke, weil jeder weitere Rabatt nur noch das trifft, was übrig ist, nie den Originalpreis.
Das ist auch der Grund, warum Aktionen wie Black Friday oder ein Newsletter-Code “on top” für den Händler günstiger sind, als es auf den ersten Blick wirkt. 30 % plus 15 % klingt nach einem Drittel Nachlass mehr, als tatsächlich gewährt wird. Wer im Kopf schnell 30 und 15 addiert, überschätzt seine Ersparnis systematisch, gerade bei mehr als zwei gestapelten Codes summiert sich das schnell auf einen zweistelligen Euro-Betrag.
Festbetrag oder Prozent-Rabatt: was lohnt sich mehr?
Händler mischen gern Festbetrag-Gutscheine (“15 € Rabatt”) mit Prozent-Rabatten (“20 % Rabatt”), und welcher mehr spart, hängt komplett vom Preis des Artikels ab.
Ein 15-€-Gutschein spart immer genau 15 €, egal wie teuer der Artikel ist. Ein 20-%-Rabatt spart mehr, je höher der Preis. Beide sind gleich stark bei dem Preis, an dem 20 % genau 15 € ergeben: 15 € / 0,20 = 75 €. Darunter gewinnt der Festbetrag, darüber gewinnt der Prozentsatz.
| Artikelpreis | 15 € Gutschein spart | 20 % Rabatt spart | Bessere Wahl |
|---|---|---|---|
| 40 € | 15,00 € | 8,00 € | Gutschein |
| 60 € | 15,00 € | 12,00 € | Gutschein |
| 75 € | 15,00 € | 15,00 € | Gleichauf |
| 100 € | 15,00 € | 20,00 € | 20-%-Rabatt |
| 150 € | 15,00 € | 30,00 € | 20-%-Rabatt |
Bei günstigen Artikeln lohnt sich der feste Gutschein. Bei teureren Anschaffungen gewinnt fast immer der Prozentsatz, und der Abstand wächst mit dem Preis immer weiter.
Newsletter-Anmeldungen bieten deshalb häufig einen Festbetrag statt einer Prozentzahl: Bei den meisten Warenkörben unter dem Break-even-Preis kostet das den Händler weniger, als es bei einem pauschalen Prozent-Rabatt der Fall wäre. Umgekehrt lohnt sich bei Möbeln, Elektronik oder anderen teuren Anschaffungen fast immer der Blick auf den Prozent-Code, selbst wenn der Festbetrag auf den ersten Blick großzügiger wirkt.
Rechne mit deinen eigenen Zahlen
Gib den Originalpreis ein und wähle einen Rabattprozentsatz, um sofort zu sehen, wie viel du sparst und was der Artikel am Ende kostet. Ändere beide Werte, um Angebote direkt zu vergleichen.
Im Browser berechnet, nie an einen Server gesendet.
Häufige Fehler
Gestaffelte Prozentsätze addieren statt multiplizieren. Wie oben gezeigt, sind 30 % plus 15 % nicht 45 %. Wende den ersten Rabatt an und rechne den zweiten auf den neuen, niedrigeren Preis, nie auf den Originalpreis.
Prozent-Rabatte über unterschiedliche Preise hinweg vergleichen, ohne nachzurechnen. “50 % Rabatt” auf einen Artikel für 40 € (20 € gespart) kann in absoluten Zahlen schlechter sein als “20 % Rabatt” auf einen Artikel für 150 € (30 € gespart). Der Prozentsatz allein sagt nichts darüber, was am Ende tatsächlich in deinem Portemonnaie bleibt.
Annehmen, “bis zu X % Rabatt” gelte für das ganze Sortiment. Werbeschilder zeigen den höchsten Rabatt der Aktion, weil er ins Auge fällt. Die meisten Artikel derselben Aktion liegen deutlich darunter, oft nur bei einem Bruchteil davon. Schau auf das Preisschild des konkreten Produkts, nicht auf das Schild über dem Regal, und lass dich von der großen Zahl im Schaufenster nicht zur Annahme verleiten, sie gelte für alles, was gerade im Laden liegt.
Annehmen, die Steuer werde vor dem Rabatt berechnet. In den meisten Fällen greift die Mehrwertsteuer auf den bereits reduzierten Preis, nicht auf den Originalpreis. Der Betrag an der Kasse fällt dadurch meist etwas niedriger aus, als “Endpreis plus Steuer auf den ursprünglichen Preis” vermuten lässt. Prüfe im Zweifel, wie das in deinem Fall gehandhabt wird.
Häufig gestellte Fragen
Wie berechnet man einen Rabattbetrag? Multipliziere den Originalpreis mit dem Rabattprozentsatz und teile durch 100. Ein Artikel für 150 € mit 40 % Rabatt spart dir 60 €, denn 150 × 40 / 100 = 60.
Wie berechnet man den Verkaufspreis direkt, ohne zuerst den Rabattbetrag zu suchen? Multipliziere den Originalpreis mit (100 minus Rabattprozentsatz) und teile durch 100. Derselbe Artikel für 150 € mit 40 % Rabatt kostet 150 × 60 / 100 = 90 €.
Addieren sich zwei gestaffelte Rabatte, etwa 30 % und 15 %, zu 45 % Rabatt? Nein. Wende den ersten Rabatt an und berechne den zweiten auf den neuen, niedrigeren Preis, nicht auf den Originalpreis. Eine Jacke für 220 € mit 30 % und danach 15 % Rabatt landet bei 130,90 €, das sind 40,5 % Gesamtrabatt, nicht 45 %.
Ist ein Festbetrag-Rabatt oder ein Prozent-Rabatt besser? Das hängt vom Preis des Artikels ab. Ein Festbetrag spart immer dieselbe Summe, unabhängig vom Preis, während ein Prozent-Rabatt mit dem Preis mitwächst. Beide sind gleich stark beim Preis von Festbetrag geteilt durch Prozentsatz, in unserem Beispiel 15 € / 20 % = 75 €. Darunter gewinnt der Festbetrag, darüber der Prozent-Rabatt. Bei einem großen Einkauf im dreistelligen Bereich lohnt sich fast immer ein kurzer Blick, ob ein Prozent-Code verfügbar ist, statt automatisch den erstbesten Festbetrag-Gutschein einzulösen.