Finanzen

Grundpreis berechnen: Formel, Rechenbeispiel und die häufigsten Fehler beim Packungsvergleich

7 Min. Lesezeit

Der Grundpreis ist der Preis eines Produkts pro einheitlicher Mengenangabe, meist pro Kilogramm, Liter oder 100 Gramm. Du berechnest ihn, indem du den Verkaufspreis durch die im Etikett angegebene Menge teilst. Erst dieser Wert zeigt, welche Packungsgröße wirklich günstiger ist, denn der aufgedruckte Gesamtpreis allein sagt darüber nichts aus.

Im Supermarktregal steht der Grundpreis meist klein unter dem eigentlichen Preis, in grauer Schrift und leicht zu übersehen. Genau dieser kleine Wert entscheidet, ob die große Packung tatsächlich ein besseres Geschäft ist oder ob der Hersteller mit einer optisch günstigen kleinen Verpackung lockt.

Die Formel

Grundpreis = Preis ÷ Menge

Die Menge muss in der Einheit stehen, in der du am Ende vergleichen willst, üblicherweise Kilogramm oder Liter. Steht der Packungsinhalt in Gramm oder Millilitern auf dem Etikett, rechnest du zuerst um: 500 g sind 0,5 kg, 750 ml sind 0,75 L. Erst nach dieser Umrechnung ergibt die Division einen Grundpreis, den du direkt mit anderen Packungen vergleichen kannst.

Willst du wissen, um wie viel Prozent eine Packung teurer ist als die günstigste, nimmst du die Differenz der beiden Grundpreise und teilst sie durch den niedrigeren Grundpreis:

Aufpreis in % = (Grundpreis A − Grundpreis B) ÷ Grundpreis B × 100

Rechenbeispiel: drei Kaffeepackungen

Nimm Röstkaffee in drei Packungsgrößen aus demselben Regal, alle mit demselben Kaffee, nur unterschiedlich abgefüllt:

PackungPreisMengeGrundpreis (pro kg)Aufpreis ggü. bester Wahl
250 g3,49 €0,25 kg13,96 €/kg+16,4 %
500 g6,49 €0,5 kg12,98 €/kg+8,3 %
1000 g11,99 €1 kg11,99 €/kgBester Preis

Die 250-g-Packung wirkt auf den ersten Blick harmlos günstig, 3,49 € ist schließlich der niedrigste Betrag auf dem Preisschild. Pro Kilogramm ist sie aber die teuerste Option: 3,49 € ÷ 0,25 kg = 13,96 €/kg. Die 1-kg-Packung kostet mit 11,99 € ÷ 1 kg = 11,99 €/kg am wenigsten pro Kilo, die kleine Packung ist damit rund 16,4 % teurer pro Kilogramm, obwohl sie an der Kasse den niedrigsten Betrag zeigt.

Die 500-g-Packung liegt dazwischen: 6,49 € ÷ 0,5 kg = 12,98 €/kg, also 8,3 % mehr als die 1-kg-Packung. Wer regelmäßig Kaffee kauft und ihn innerhalb weniger Wochen aufbraucht, spart mit der großen Packung über ein Jahr gerechnet einen zweistelligen Betrag, einfach weil der Grundpreis pro Kilo niedriger liegt und sich das bei jedem Einkauf wiederholt.

Das Beispiel zeigt auch, warum der reine Verkaufspreis als Vergleichsmaßstab nicht taugt: 3,49 € klingt nach dem Schnäppchen, ist aber pro Kilo das teuerste der drei Angebote. Nur der Grundpreis macht den Vergleich fair, weil er die unterschiedliche Füllmenge herausrechnet.

Warum der Grundpreis überhaupt auf jedem Etikett steht

In Deutschland ist die Angabe des Grundpreises keine Kulanz der Supermärkte, sondern gesetzlich vorgeschrieben. Die Preisangabenverordnung (PAngV) verpflichtet Händler dazu, bei den meisten verpackten Waren neben dem Gesamtpreis auch den Preis pro Kilogramm, Liter, Kubikmeter, Meter oder Quadratmeter auszuweisen, je nachdem, wie das Produkt üblicherweise gemessen wird. Der Gedanke dahinter: Kundinnen und Kunden sollen Packungen unterschiedlicher Größe ohne eigene Rechnerei vergleichen können.

In der Praxis hilft das Etikett trotzdem nur, wenn du genau hinschaust. Die Basis wechselt zwischen Produkten, mal steht der Grundpreis pro Kilogramm, mal pro 100 Gramm, mal pro Liter, mal pro 100 Milliliter, und die Schriftgröße ist meist deutlich kleiner als die des Gesamtpreises. Wer zwei Etiketten mit unterschiedlicher Basis nebeneinanderhält, ohne das zu bemerken, zieht trotz gesetzlicher Pflichtangabe den falschen Schluss.

Ein zweites Beispiel: Flüssigkeiten in ml und L

Dieselbe Logik gilt für Flüssigkeiten, nur ist der Fallstrick hier meist die Einheit selbst. Nimm ein Duschgel in zwei Größen:

PackungPreisMengeGrundpreis (pro L)Aufpreis ggü. bester Wahl
250 ml1,95 €0,25 L7,80 €/L+30,3 %
750 ml4,49 €0,75 L5,99 €/LBester Preis

Die kleine Flasche zeigt “250 ml” auf dem Etikett, die große “0,75 l”, zwei unterschiedliche Schreibweisen für dieselbe physikalische Größe. Rechnest du beide zuerst in Liter um (250 ml = 0,25 L), fällt der Vergleich leicht: 1,95 € ÷ 0,25 L = 7,80 €/L gegenüber 4,49 € ÷ 0,75 L = 5,99 €/L. Die kleine Flasche kostet pro Liter rund 30,3 % mehr, obwohl sie an der Kasse nur 2,54 € weniger kostet als die große.

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Häufige Fehler

Einheiten wie ml und L oder g und kg vor dem Vergleich mischen. Eine Packung in Gramm, die andere in Kilogramm, eine Flasche in Millilitern, die andere in Litern angegeben: Ohne Umrechnung auf eine gemeinsame Einheit vergleichst du Zahlen, die gar nicht zueinander passen. Rechne zuerst beide Mengen in dieselbe Einheit um, erst dann ergibt die Division einen brauchbaren Grundpreis.

Annehmen, die größere Packung sei automatisch günstiger. Das stimmt oft, aber nicht immer. Manche Hersteller positionieren ihre Großpackung als Premium-Variante mit höherem Grundpreis, gerade bei Bio-Linien oder limitierten Editionen. Ohne nachzurechnen fällst du auf genau diese Annahme herein.

Sich auf den aufgedruckten Grundpreis im Supermarkt blind verlassen. Grundpreis-Etiketten sind gerundet und beziehen sich nicht immer auf dieselbe Basis. Die eine Packung zeigt den Preis pro Kilogramm, die daneben pro 100 Gramm, ein Duschgel vielleicht pro Liter, ein anderes pro 100 Milliliter. Hältst du beide Zahlen für vergleichbar, ohne auf die Basis zu achten, landest du wieder bei genau dem Fehler, den die Pflichtangabe eigentlich verhindern soll.

Zu viel von einem verderblichen Produkt kaufen. Ein niedrigerer Grundpreis bringt nichts, wenn die Hälfte der Großpackung im Müll landet, bevor sie aufgebraucht ist. Frischware, offene Milchprodukte oder angebrochene Packungen mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum kippen die Rechnung schnell: Die vermeintliche Ersparnis verschwindet in dem Moment, in dem der Rest weggeworfen wird. Bei Konserven, Reinigungsmitteln oder anderen lange haltbaren Artikeln spielt das kaum eine Rolle, bei Frischware schon.

Häufig gestellte Fragen

Wie berechnet man den Grundpreis genau? Teile den Verkaufspreis durch die Menge in der Packung, umgerechnet auf die Einheit, in der du vergleichen willst, meist Kilogramm oder Liter. Eine 500-g-Packung für 6,49 € ergibt 6,49 € ÷ 0,5 kg = 12,98 €/kg.

Warum stimmt der Grundpreis auf dem Supermarktetikett manchmal nicht mit meiner eigenen Rechnung überein? Etiketten runden häufig auf zwei Nachkommastellen, und manche Läden geben den Grundpreis pro 100 Gramm oder 100 Milliliter statt pro Kilogramm oder Liter an. Rechne im Zweifel selbst nach und achte darauf, dass beide Preise dieselbe Basis verwenden, bevor du sie vergleichst.

Ist die größte Packung im Regal immer die günstigste Wahl? Nein. Großpackungen sind meist, aber nicht immer, günstiger pro Einheit. Manche Marken kalkulieren ihre größte Variante als Premium-Angebot mit höherem Grundpreis, und bei verderblicher Ware lohnt sich die große Packung nur, wenn du sie tatsächlich rechtzeitig aufbrauchst. Prüfe den Grundpreis jeder Größe einzeln, statt dich auf die Faustregel zu verlassen.

Wie vergleiche ich Produkte, die in unterschiedlichen Einheiten angegeben sind, etwa Gramm und Milliliter? Bei festen Stoffen wie Kaffee, Mehl oder Waschpulver rechnest du alles auf Kilogramm um, bei Flüssigkeiten wie Duschgel oder Saft auf Liter. Erst wenn beide Mengen dieselbe Einheit haben, liefert die Division durch den Preis einen Grundpreis, den du direkt gegenüberstellen kannst.

Muss jeder Supermarkt in Deutschland den Grundpreis anzeigen? Für die meisten verpackten Waren ja, das schreibt die Preisangabenverordnung (PAngV) vor. Ausnahmen gibt es etwa bei sehr kleinen Packungen oder Sets aus mehreren unterschiedlichen Produkten. Die Pflichtangabe ersetzt aber nicht das eigene Nachrechnen, weil die Basis (Kilogramm, 100 Gramm, Liter oder 100 Milliliter) von Etikett zu Etikett wechseln kann.

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