Finanzen

Wie die IBAN-Prüfsumme funktioniert (und wie du einen Tippfehler vor der Überweisung findest)

7 Min. Lesezeit

Eine IBAN ist gültig, wenn sie beim sogenannten MOD-97-Verfahren nach ISO 13616 als Rest genau 1 ergibt. Dafür werden die ersten vier Zeichen ans Ende der Nummer verschoben, jeder Buchstabe wird in eine Zahl umgewandelt (A=10 bis Z=35), und die entstehende Zahl wird durch 97 geteilt. Kommt dabei nicht 1 heraus, steckt ein Fehler in der Nummer, meist eine falsch getippte oder vertauschte Ziffer.

Was wirklich in einer IBAN steckt

Eine IBAN ist kein zufälliger Zahlenblock, sondern setzt sich aus klar definierten Teilen zusammen. Am Anfang stehen zwei Buchstaben für den ISO-Ländercode (DE für Deutschland, FR für Frankreich, ES für Spanien), direkt gefolgt von zwei Prüfziffern. Danach kommt die BBAN (Basic Bank Account Number), die je nach Land unterschiedlich aufgebaut ist, in Deutschland etwa Bankleitzahl plus Kontonummer, in anderen Ländern zusätzlich noch ein Bankcode oder eine Filialkennung.

Wichtig ist die Abgrenzung zum BIC (auch SWIFT-Code genannt): Der BIC identifiziert die Bank selbst, die IBAN identifiziert das konkrete Konto bei dieser Bank. Bei manchen internationalen Überweisungen werden beide Angaben verlangt, sie ersetzen sich aber nicht gegenseitig.

Und noch etwas, das oft missverstanden wird: Eine IBAN, die die Prüfsumme besteht, ist damit noch lange kein Beweis, dass das Konto tatsächlich existiert oder der Person gehört, die du erwartest. Die Prüfsumme bestätigt nur, dass die Nummer mathematisch korrekt aufgebaut ist. Ob dahinter ein echtes, offenes Konto mit dem richtigen Inhaber steckt, kann ausschließlich die empfangende Bank bei der Verarbeitung der Überweisung bestätigen.

Bevor es die IBAN gab, hatte praktisch jedes europäische Land sein eigenes Format für Kontonummern, mit unterschiedlicher Länge, unterschiedlicher Reihenfolge von Bankleitzahl und Kontonummer und ohne eingebaute Fehlerprüfung. Bei einer Überweisung ins Ausland musste eine Sachbearbeiterin auf gut Glück hoffen, dass die abgetippte Nummer stimmte, ein vertauschtes Ziffernpaar fiel oft erst auf, wenn die Überweisung schon zurückkam oder beim falschen Empfänger landete. Die IBAN mit ihren zwei eingebauten Prüfziffern wurde genau deshalb eingeführt: damit ein Tippfehler nicht erst Tage später bei der Bank auffällt, sondern sofort, direkt im Formular oder im Onlinebanking, bevor überhaupt Geld bewegt wird.

Die MOD-97-Prüfsumme, Schritt für Schritt

Nimm die bekannte Beispiel-IBAN DE89 3704 0044 0532 0130 00, eine echte deutsche IBAN, die weltweit als Standardbeispiel für dieses Verfahren dient. So rechnet man sie nach:

SchrittAktionErgebnis
1Leerzeichen entfernen, erste 4 Zeichen ans Ende verschieben370400440532013000DE89
2Jeden Buchstaben in eine Zahl umwandeln (A=10 … Z=35, also D=13, E=14)370400440532013000131489
3Diese 24-stellige Zahl modulo 97 berechnenRest = 1

Ein Rest von 1 ist laut ISO 13616 genau das, was für eine gültige IBAN verlangt wird. Da hier exakt 1 herauskommt, ist diese IBAN korrekt aufgebaut.

Jetzt der interessante Teil: Was passiert, wenn beim Abtippen eine einzige Ziffer daneben geht? Nimm dieselbe IBAN, aber die letzte 0 wird zur 1: DE89 3704 0044 0532 0130 01. Läuft man dieselben drei Schritte erneut durch, kommt am Ende kein Rest von 1 mehr heraus, sondern ein Rest von 28. Die Prüfsumme schlägt fehl, und ein Validierungstool markiert die Nummer sofort als ungültig, noch bevor überhaupt eine Überweisung ausgelöst wird.

Genau darin liegt der praktische Nutzen: Eine einzelne vertauschte, vergessene oder falsch abgetippte Ziffer verändert das Divisionsergebnis fast immer, sodass die Prüfsumme fast jeden echten Tippfehler abfängt, lange bevor Geld die eigene Bank verlässt.

Warum ausgerechnet die Zahl 97? Weil 97 eine Primzahl ist, die groß genug ist, um bei einer einzelnen falschen Ziffer praktisch immer einen anderen Rest zu erzeugen, aber klein genug, um mit einfacher Ganzzahlarithmetik berechenbar zu bleiben, auch von Hand oder mit einem simplen Taschenrechner. Diese Eigenschaft ist kein Zufall, sondern folgt der Logik von Prüfziffernverfahren wie ISO 7064, auf denen das IBAN-Schema aufbaut: Sie sind gezielt so konstruiert, dass ein einzelner falscher Wert an einer beliebigen Stelle die Prüfsumme mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit kippen lässt, und dass auch das Vertauschen zweier benachbarter Ziffern in den allermeisten Fällen auffliegt.

Prüfe deine eigene IBAN

Willst du eine konkrete IBAN direkt nachrechnen lassen, ohne die drei Schritte von Hand durchzugehen? Trag sie unten ein, das Tool prüft Länge und MOD-97-Prüfsumme sofort im Browser, ohne die Nummer irgendwohin zu senden:

Land -
Länge -
Prüfsumme (MOD-97) -
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Häufige Fehler

Jede 15 bis 34 Zeichen lange Zeichenkette mit zwei Buchstaben am Anfang für eine gültige IBAN halten. Jedes Land hat eine feste, festgelegte IBAN-Länge, keine Bandbreite. Eine deutsche IBAN hat immer genau 22 Zeichen, eine französische 27, eine spanische 24. Norwegen liegt mit 15 Zeichen am unteren Ende der Skala.

LandCodeIBAN-Länge
NorwegenNO15
DeutschlandDE22
SpanienES24
FrankreichFR27

Eine Nummer, die zufällig die richtige Prüfsumme trifft, aber die falsche Länge für ihr Land hat, ist trotzdem ungültig.

IBAN und BIC/SWIFT-Code verwechseln. Bei internationalen Überweisungen werden manchmal beide gebraucht, aber es sind zwei getrennte Angaben mit unterschiedlicher Funktion. Der BIC benennt die Bank, die IBAN das konkrete Konto. Eine der beiden Angaben durch die andere zu ersetzen führt fast immer zu einer abgelehnten Überweisung.

Annehmen, eine bestandene Prüfsumme heiße, das Konto existiert und gehört der richtigen Person. Das ist schlicht nicht so. Die Prüfsumme beweist nur, dass die Zahlenfolge mathematisch korrekt zusammengesetzt ist, nicht mehr und nicht weniger. Ob ein Konto mit dieser Nummer real ist, offen ist und dem erwarteten Empfänger gehört, kann ausschließlich die empfangende Bank während der Verarbeitung bestätigen.

Beim Abtippen O mit 0 oder I beziehungsweise l mit 1 verwechseln. Buchstaben sind im BBAN-Teil vieler Länder tatsächlich zulässig, das ist also nicht automatisch ein Fehler. Genau deshalb ist es aber eine besonders häufige Fehlerquelle: Wer eine IBAN von Hand abschreibt oder von einem Foto abtippt, verwechselt diese ähnlich aussehenden Zeichen leicht, und ein einziges falsches Zeichen reicht, damit die Prüfsumme nicht mehr aufgeht.

Leerzeichen oder Formatierung für einen Fehler halten. Banken zeigen IBANs meist in Vierergruppen an, DE89 3704 0044 0532 0130 00 statt der zusammenhängenden Nummer. Diese Leerzeichen gehören nicht zur eigentlichen IBAN und werden vor der Prüfung immer entfernt. Ein gutes Validierungstool tut das automatisch im Hintergrund, wer die Prüfsumme dagegen von Hand mit den Leerzeichen im Text rechnet, bekommt ein falsches Ergebnis, obwohl die IBAN selbst völlig in Ordnung ist.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die MOD-97-Prüfsumme genau? Es ist das Rechenverfahren aus ISO 13616, mit dem geprüft wird, ob eine IBAN korrekt aufgebaut ist. Die ersten vier Zeichen wandern ans Ende, jeder Buchstabe wird durch seinen Zahlenwert ersetzt (A=10 bis Z=35), und die entstehende große Zahl muss bei Division durch 97 den Rest 1 ergeben, sonst ist die IBAN ungültig.

Bedeutet eine bestandene Prüfsumme, dass das Konto wirklich existiert? Nein. Die Prüfsumme sagt nur, dass die Nummer mathematisch korrekt gebildet wurde. Ob dahinter ein echtes, offenes Konto mit dem erwarteten Kontoinhaber steckt, lässt sich nur bei der empfangenden Bank selbst überprüfen, meist erst im Moment der tatsächlichen Überweisung.

Warum haben verschiedene Länder unterschiedliche IBAN-Längen? Weil jedes Land seine BBAN nach eigenen nationalen Regeln aufbaut, mit unterschiedlich langen Bankcodes, Filialkennungen und Kontonummern. Das internationale IBAN-Register legt für jedes Land eine feste Länge fest, Norwegen kommt so auf 15 Zeichen, Frankreich auf 27.

Erkennt diese Prüfung wirklich jeden möglichen Tippfehler? Fast jeden, aber nicht absolut jeden. Die MOD-97-Prüfsumme fängt praktisch alle Einzelfehler und die meisten vertauschten Ziffern zuverlässig ab. Theoretisch könnte aber eine seltene Kombination aus mehreren falschen Ziffern an genau den richtigen Positionen zufällig wieder auf den Rest 1 kommen und damit unentdeckt bleiben. In der Praxis ist das äußerst selten, die große Mehrheit echter Tippfehler wird zuverlässig erkannt.

Was soll ich tun, wenn eine IBAN als ungültig markiert wird? Zuerst die Nummer noch einmal Zeichen für Zeichen mit der Quelle abgleichen, etwa der Rechnung, der E-Mail oder dem Vertrag, aus dem sie stammt. Achte besonders auf die Stellen, die beim Abtippen am leichtesten durcheinandergeraten: ähnlich aussehende Zeichen wie O und 0, oder Ziffern, die in der falschen Reihenfolge gelandet sind. Bleibt die Prüfsumme auch nach dem Abgleich ungültig, ist der sicherste nächste Schritt, direkt bei der Person oder Firma nachzufragen, die die IBAN angegeben hat, statt zu raten oder eigenmächtig einzelne Ziffern zu korrigieren.

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